Polenflug Neo - kim jesteśmy?

redakcja Po jedenastu latach w Radiu Flora w Hanowerze Polonijny Magazyn Radiowy POLENFLUG zszedł z anteny 01.04.2009 wraz z zakończeniem pracy macierzystego radia na falach 106,5 MHz. Zespół magazynu rozwiązał się, a część byłych jego członków postanowiła kontynuować ideę medialnego (re)prezentowania spraw Polonii w nowym formacie podcastu. Od 1 maja 2018 roku nasz nowy magazyn PolengugNeo jest ponownie stałym punktem programu Radia Flora, które działa jako stacja internetowa. W każdą sobotę oferujemy autorskie audycje, które powtarzane są w poniedziałek (kolejność chronologiczna w danym miesiącu): Gadu Gadu - Grażyna Kamień-Söffker, Tête à tête z kulturą - Katarzyna Piątkowska-Durka oraz Marek i Marcel Durkowie, Hallo z Brunszwiku - Sophie Delest, Na styku kultur - Teresa Czaniecka-Kufer i Agnieszka Foit, Piąte koło u wozu - Izabela Nawrat. Aktualny program audycji znaleźć można w kalendarium wydarzeń kulturalnych pod adresem: http://www.polskadomena.de/kult_Hannover.htm.

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We love modern ART

 

Adam Budak ist ein angesehener Kunstkurator (u.a. mehrmals auf der Biennale in Venedig tätig), der im Herbst 2020 nach Hannover geholt wurde, um als künstlerischer Direktor die Kestner Gesellschaft aus dem Schlaf zu holen. Was ihm auch glänzend gelungen ist. Nun soll er gehen, die Gründe dafür sind in dem angehängten Artikel aus der HAZ aufgelistet. Da unsere polnische Community die Arbeit von Adam Budak in Hannover von Anfang an beobachtet und journalistisch begleitet, kennen wir sein tun und sind sowohl über die Trennung von ihm, als auch über die angeführten Gründe sehr verwundert. Das haben wir in unseren Briefen an die HAZ im April 2024 zum Ausdruck gebracht. Inzwischen haben wir erfahren, dass auch manche Mitglieder der Kestner Gesellschaft mit dem Vorgehen des Vorstandes nicht einverstanden sind (s. Leserbriefe an die HAZ). Deswegen setzen wir uns gemeinsam ein, den hervorragenden "Kunstphilosoph" in Hannover zu erhalten.
Im Folgenden veröffentlichen wir das uns zur Verfügung stehende Material zu diesem Thema.

Adam Budak to uznany kurator sztuki (m.in. kilkukrotnie zaproszony na Biennale w Wenecji), który został sprowadzony do Hanoweru jesienią 2020 roku, aby jako dyrektor artystyczny wydobyć Kestner Gesellschaft z marazmu. Co zrobił znakomicie. Teraz ma odejść, a powody tego są wymienione w załączonym artykule z HAZ. Ponieważ nasza polska społeczność śledzi pracę Adama Budaka w Hanowerze od samego początku i towarzyszy mu dziennikarsko, znamy jego działania i jesteśmy bardzo zaskoczeni zarówno jego odejściem, jak i podanymi powodami. Wyraziliśmy to w naszych listach do HAZ w kwietniu 2024 roku. W międzyczasie dowiedzieliśmy się, że niektórzy członkowie Kestner Gesellschaft również nie zgadzają się z działaniami zarządu (patrz listy do HAZ). Dlatego łączymy siły, aby zatrzymać wybitnego "filozofa sztuki" w Hanowerze.

Poniżej publikujemy dostępne nam materiały na ten temat.

Wywiady i rozmowy z Adamem Budakiem:
- Szukamy czułego narratora (03.07.2021 by Grażyna Kamień-Söffker)
- Zaproszenie do Kestnergesellschaft - rozmowa z dyrektorem Adamem Budakiem (24.02.2022 by Grażyna Kamień-Söffker)
- Bombastyczny rok w Kestner Gesellschaft (01.12.2022 by Izabela Nawrat)
- Z Budy Budaka: To idzie młodość (29.04.2023 by Izabela Nawrat)
- Polowanie na antysemitów - komentarz odautorski (02.01.2024 by Grażyna Kamień-Söffker)

2024-04-27_HAZ-Artikel
(2024-04-27_HAZ-Artikel)

An die HAZ-Redaktion 28.04.2024

Sehr geehrte Damen und Herren,
einigen Aspekten, die Sie in dem Artikel am Samstag Der Kunstphilosoph geht weg über Adam Budak geschrieben haben, kann ich nicht zustimmen. Ich besuche die Kestner Gesellschaft seit ca. 20 Jahren, bin aber kein Mitglied und erst jetzt ist die Eingangshalle ein angenehmer Platz geworden, an dem man Lust hat zu verweilen. Und nicht nur wegen der Bücher. Und nicht nur nach dem Kontakt mit moderner Kunst. Herr Budak hat eine Reihe Milchglasfenster durch transparentes Glas ersetzt und die Räumlichkeiten (auch oben) für die Stadt geöffnet. Man kann auch von draußen leicht reinschauen, was besonders im Winter ästhetisch und angenehm ist. Endlich ist die Kestner Gesellschaft offener geworden! Das Café oben hat neue, bequeme Samtmöbel bekommen, die Kaffee- und Kuchen Auswahl ist ausreichend, wenn man das mit anderen Museen vergleicht, die gar kein Café haben, dann eher gigantisch. Das Sprengelmuseum beispielsweise hat zwar ein gutes Restaurant, aber es ist eine separate, autonome Institution.
Den Namen des Cafés finde ich viel interessanter und reizender als die üblichen Café Roma, Kakaostube oder Sissi und Franz. Er ist meine persönliche Nummer zwei in Hannover, nach dem Anna Blume Café am Friedhof Stöcken. Ein Name mit Hintergrund! Wie Sie bestimmt wissen, dienen Cafés nicht nur dem Kaffeekonsum, und verschiedene Namen wie Chat Noir haben auch für Unruhe gesorgt und letztendlich gewonnen. Das gehört zur modernen Kunst einfach dazu.
Ich kenne Leute, deren Freundschaft mit der Kestner Gesellschaft angefangen hat wegen… der Bücher! Wo sonst (außer an der Universität) hat man so eine Auswahl! Julia Kristevas Schriften und Comix story! Andy Warhols Biografie und die Gedichte von Konstantinos Kavafis in Griechisch und Englisch! Heute verkaufen die Buchhandlungen Töpfe und Rücksäcke zusätzlich, um Kundschaft zu werben und hier gibt es sechs Tische (studentisch oder nicht) mit solchen Schätzen. Ich habe jahrelang die illustrierte Biografie von Gertrude Stein und Alice B. Toklas gesucht. Dank Herrn Budak habe ich sie gefunden! By the way, haben Sie bei den Tischen die Säule mit der eleganten Vase und immer frischen Blumen gesehen und gerochen? Lilienduft im Museum! Wo sonst haben Sie so etwas?
Vier Künstler bei einer Vernissage als Einwand? Wem vier Künstler auf einmal zu viel sind, der sollte lieber zu Hause bleiben. Meiner Meinung nach hat Herr Budak die Auswahl der Künstler auch immer gut getroffen, was natürlich Geschmacksache ist, und alle kann man hier nie zufrieden stellen. Auf jeden Fall war die Paula-Rego-Ausstellung ein Megahit, so gut und vielseitig organisiert wie die Präsentation von Paula Regos Werken in Malaga vor Corona.
Zwischen beiden Weltkriegen hat Hannover in der ersten Liga der modernen Kunst gespielt. Jetzt kämpft Hannover darum, in der zweiten Liga zu bleiben. Mit Adam Budak als Direktor KG hat unsere Stadt eine gute Chance bekommen, um die Lage zu verbessern. Sie hat die Chance nur teilweise genutzt und entlässt ihn schon nach vier Jahren. Die Beatles durften keine Schallplatte in Hamburg aufnehmen (sie waren nicht nur politisch unkorrekt). Schade. Der zweite Alexander Dorner (den Begriff habe ich nicht nur im Café Tender Bottons gehört) wird auch nicht bleiben. Schade für uns. Nicht für ihn.
Isabela Nawrat

An die HAZ-Redaktion 29.04.2024

Sehr geehrten Damen und Herren,
es drängt sich auf, die Ausführungen des Herren Ronald Meyer-Arlt über den „Kunstphilosophen“ Adam Budak mit folgenden Auszügen aus den Schriften von Siluan von Athos zu kommentieren:
„So begann der Adler, dem Hahn von der Schönheit und dem Reichtum der Welt zu erzählen. Der Hahn hörte zuerst aufmerksam zu, verstand aber nichts. Als der Adler sah, dass der Hahn nichts verstand, was der Adle sagte, war er traurig (…) und der Hahn, der nicht verstand, was der Adler sagte, langweilte sich. (…) … wenn ein spiritueller Mensch auf einen nicht spirituellen Mensch trifft, langweilen sich beide und können sich nicht verständigen“. Es ist schade, dass Hannover die weit verbreitete Meinung, es sei die langweiligste Stadt Deutschlands, in diesem Fall so spektakulär bestätigt.
Hochachtungsvoll
Grażyna Kamień-Söffker

An die HAZ-Redaktion 29.04.2024

Sehr geehrten Damen und Herren,
Ihr Artikel über den angekündigten vorzeitigen Fortgang des künstlerischen Direktors der Kestnergesellschaft, Adam Budak, hat es in sich. Bereits der Untertitel "Der Kunstphilosoph geht" mutet im Kontext der Ausführungen des Autors, Roland Meyer-Arlt, geradezu hämisch an. Und diese hören sich wie ein Versuch "die Kunst aufzuräumen" im Sinne von Ursus Wehrli an. Oder vielleicht nach einem Projekt "eine Hausfrau räumt den Kulturbetrieb wieder auf".
Bücher von führenden Intellektuellen, wie die in Hannover geborene jüdische Philosophin Hannah Arendt, im Foyer? Das wirkt doch zu studentisch! Das Café mit dem Namen "Tender Button" — eine Anspielung an die literaturgeschichtlich wichtige Gedichtssammlung von Gertrude Stein? Bloß nicht! Bloß nicht zu viele Hintergründe, Anspielungen, ungeläufige Zusammenhänge, denn: "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht". Und vor allem — nicht zu viele Kunstausstellungen in einer Saison, denn das führt unweigerlich zu einer Überdosis und zur geistigen Verwirrung! Der "Kunstphilosoph" Adam Budak verlässt uns also und der Journalist Roland Meyer-Arlt freut sich, uns zukünftig vor dessen intellektuellen Übergriffen sicher zu wissen. Wäre der Beitrag nicht so peinlich, könnte man darüber lachen.
Mit freundlichen Grüßen
Teresa Czaniecka-Kufer

Adam Budak hat Renommee gefördert

Dass Adam Budak Hannover verlässt - verlasssen muss? - ist ein schwerer Schlag für den Kunstort und die Kestnergesellschaft. Wie kann man kommentarlos darüber hinwegsehen, dass er es vermocht hat, Das Renommee der Kestner Gesellschaft regional und international wieder auf das Niveau des Direktorats von Carl Haenlein zu heben? Wir verdanken ihm die Kenntnis wcihtiger künstlerischer Positionen, die im gegenwärtigen internationalen Kunstdiskurs für Gesprächsstoff sorgen.
Statt dies zu benennen, delektiert sich der hiesiger Kulturredakteur an einer oberrlehrerhaften Aufzählung von tatsächlichen oder vermeintlichen Fehlern des "Schülers" Budak bei der Leitung seines Instituts. Vollends grotesk jedoch sind die Bemerkungen zur wunderbaren Idee, einen Buchladen mit den Ausstellungen zu verbinden.
Macht sich der Redakteur zum Sprachrohr einer vorgeblich hannovertypischen Angst vor intellektueller Überförderung? Es wäre Schade. Der Kunststandort Hannover hat Besseres verdient.
Michael Labach, Hannover
Quelle: HAZ 28.05.2024

Neuer Glanz und breite Öffnung

Zum Thema "der Kunstphilosoph geht" vom 26. April:
Wir teilen die Meinung des Autors nicht. Adam Budak ist es gelungen, die Kestner Gesellschaft nicht nur im internationalen kunstdiskurs zu verorten, sondern er hat dem Haus einen neuen Glanz verliehen. Die Eröffnungen sind nicht nur übervoll, sondern es kommt vermehrt junges Publikum. Durch Rahmenprogramme mit vielen Exzellenten Vortragen, den kuratierten Buchladen, das Einladende Café sowie mit zahlreichen lokalen Kooperationen und dem Antiquariat Internationalismus hat er es geschafft, die Kestner Gesellschaft breit zu öffnen.
Die Mitglieder haben bei der Verkündung der Vertragsaufhebung in der Versammlung mit großer Betroffenheit reagiert. Diese Reaktion zeigt die große Wertschätzung für Budak und seine Arbeit.
Hannover verliert einen lokal und international herausragenden Ausstellungsmacher und Gastgeber.
Ronald Clark, Ekkehard Fiss, Dr. Carsten Hoppmann, Ulrich Krempel, Dr. Michael Lange, Françoise Leloutre, Susanne Maaß, Jörg Maaß, Carina Plath, Christiane Rischbieter - Gräfin von Schulenburg, Gabriele Sand
Quelle: HAZ 28.05.2024

Entscheidung bitte überdenken

Als Mitglied des Vereins der Kestner Gesellschaft möchte ich mein großes Bedauern an der getroffenen Personalentscheidung zum Ausdruck bringen. Es handelt sich um eine Entscheidung, die ohne vorherige Einbeziehung der Mitglieder getroffen wurde und den Ruf unseres Vereins erheblich beschädigt hat. Ich möchte darauf hinweisen, dass es der Vorstand noch nicht einmal für notwendig erachtet hat, eine so weitreichende Entscheidung auf der Tagesordnung zu ankündigen.
Mein Anliegen ist, dass diese Entscheidung transparent und nachvollziehbar diskutiert wird. Transparenz und Vertrauen sind wesentliche Bestandteile unserer Vereinsstruktur und sollen respektiert und praktiziert werden.
Ich fordere den Vorstand dringend auf, diese Entscheidung zu überdenken. Es sollte eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, um gemeinsam eine neue Lösung zu finden. Eckehart Haberstroh, Hannover
Quelle: HAZ 28.05.2024

An den Vorstand der Kestnergesellschaft

Sehr geehrte Frau Gerhold,
sehr geehrter Herr Bürkle,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung und großer Anteilnahme stellen wir fest, dass die Kestnergesellschaft, deren wir Mitglieder sind, sich immer noch von Adam Budak als Direktor trennen will. Wir haben es zuerst als einen schlechten Witz des Redakteurs der HAZ (am 27.04.24) verstanden, der möglicherweise falsch informiert wurde oder Persönliches abarbeitet und hofften sehr auf eine Korrektur seitens des Vorstandes. Doch die Trennung wurde von Ihnen sehr bedauerlicherweise vielmehr bestätigt. Die Gründe dafür sind uns immer noch unbekannt und wir vermuten sehr stark, dass der Wunsch der Trennung nur einseitig ist, was einer Entlassung entspricht. Und das nach dem Adam Budak die Kestnergesellschaft endlich aus dem Schlaf erweckt hat? Sie für junges Publikum geöffnet hat? Ihr endlich einen anspruchsvollen Schliff gegeben hat? Sie bis auf die Biennale in Venedig hingebracht hat?
Nie, seit dem Umzug in die Goseriede, gab es so viele positive Veränderungen, so großartige Ausstellungen und so grandiose Eröffnungen wie in den letzten 3,5 Jahren, die die Kestnergesellschaft endlich als relevant auf der Kunstbühne positioniert. Das schöne Schneewittchen wurde aus dem Schlaf erweckt und tanzt.
Wir gehen so gerne hin, stöbern in der endlich anspruchsvollen Auslage der Bücher, kaufen jedes Mal etwas, was wir nirgends sonst finden und wir freuen uns auf den nächsten Besuch. Endlich ist auch das Innen mit dem Außen verbunden, man will rein, man wird mit den Neonschriften eingeladen zum Denken und ein Café mit dem Namen „Tender Buttoms“ spannt einen wohltuenden Bogen zu der Vergangenheit der Kestnergesellschaft. Denn die Großeltern väterlicherseits von Gertrude Stein, deren Gedichte so betitelt sind, aus Deutschland emigrierte Juden waren.
Wir haben einen großartigen Direktor, den wir unbedingt behalten möchten. Auch alle unsere Gespräche mit anderen Mitgliedern, unseren Freunden und Bekannten spiegeln denselben Wunsch. Deshalb unsere ausdrückliche Bitte, auch im Namen unserer Gesprächspartner, bitte ziehen Sie Ihre Entscheidung zurück. Wahre Größe zeigt, wer sein eigenes Denken hinterfragt. Zeigen Sie Ihre Größe und handeln Sie mehr im Sinne der 2500 Mitglieder.
Im Fall, wenn Sie Adam Budak doch gehen lassen oder entlassen, werden wir die Mitgliedschaft in der Kestnergesellschaft kündigen.
Hochachtungsvoll
Aleksandra und Hans-Dieter Pristin
Hannover, 30.04.2024